Herausforderung Zukunft: AfD stellt Antrag zur Stabilisierung des Grundwasserspiegels durch Elbwasserversickerung.

Hamburg „saugt“ die Nordheide leer.

Auf den einfachen Nenner gebracht lässt sich die andauernde Debatte um die immer größeren Bedarfe der Metropolregion Hamburg an Grundwasser beschreiben. Mitja Schrader vom Nordheide-Wochenblatt fasste in seinem Beitrag vom 05.April 2019 die Posse kurz und treffend zusammen.

Der Dauerstreit eskalierte nun wieder: Hamburg hat vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg gegen die Förderbewilligung in Höhe von 16,1 Mill. m³ Klage eingereicht.

Hamburg will und braucht möglicherweise noch mehr Wasser aus der Heide.- vorläufig klagt man noch eine Entnahme von über 18 Mill. m³.

Zur Veranschaulichung: Diese Entnahmemenge entspricht der Füllung von annähernd 5.000 olympischen Schwimmbecken – jedes Jahr.

Die Entnahme von bis zu 16,1 Millionen m³ Grundwasser p.a. aus der Nordheide hat im Süden des Landkreises an verschiedenen Immobilien bereits heute zu Setzungsrissen und ähnlichen Schadensbildern geführt, zahlreiche Bachläufe liegen inzwischen trocken – Quellmoore (z.B. bei Hanstedt) in der mittleren Heide stehen kurz vor der Austrocknung.

Die amtlichen Messstellen im Landkreis Harburg weisen seit Jahren sinkende Grundwasserpegel auf, so ist z.B. in dem Zeitraum von 2009 bis 2019 an der Meßstelle.

      • Handeloh ein Absinken von ca. 1,5m und an der Meßstelle
      • Wesel ein Absinken von ca. 1 m

zu verzeichnen.

Der Landkreis, sachlich vertreten durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), notiert in seiner Antwort auf die Anfrage der AfD-Fraktion vom August 2019 einen langfristigen Trend der Grundwasserabsenkung. Die der Antwort zugrundeliegenden Messdaten aus dem Landkreis bestätigt diese Aussage eindrücklich.

Landwirtschaft wird unter Wassermangel leiden.

Die sinkenden Grundwasserspiegel werden dazu führen, dass, wie heute schon im Landkreis Uelzen, auch im Landkreis Harburg die Landwirte mit einem zugeteilten Wasserkontingent zur Bewässerung ihrer Felder auskommen müssen.

Die Landwirtschaften im Landkreis werden bei weiter sinkendem Grundwasserpegel neben den anstehenden Umweltschäden auch noch Ernteausfälle zu beklagen haben.

Im Anbetracht des aktuell anhängigen Prozesses vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg, der beabsichtigten Verdichtung von Wohnraum auf dem Gebiet Hamburgs sowie des ungebrochenen Trends zur  Urbanisierung ist damit zu rechnen, dass Hamburg zu Lasten der Nordheide und Ihrer Bewohner noch höhere Wassermengen anfordern oder, womöglich mit richterlichem Segen, einklagen wird.

Der Umstand, dass Hamburg Wasser mit der Lieferung von Trinkwasser in geschäftlicher Beziehung mit Schleswig-Holstein steht, ist ein klares Indiz dafür, dass Hamburg im Grunde genügend Wasser zur Verfügung steht. Es steht auch zu vermuten, dass Hamburg Wasser diese Lieferungen an Schleswig-Holstein nicht zum  Selbstkostenpreis anbietet.

Versickerung von geklärtem Elbwasser als Ausgleich.

Nach Vorstellung der AfD Kreistagsfraktion kann das Spannungsfeld zwischen dem immer weiter steigenden Wasserbedarf der Metropole Hamburg und den begrenzten Ressourcen im Landkreis Harburg durch das von der AfD vorgeschlagene Projekt einer Elbwasserversickerung in der Nordheide zum Nutzen beider Seiten aufgelöst werden:

      • Die Entnahme von jährlich 25 Mio m³ Elbflusswasser oberhalb der Staustufe Geesthacht stellt für die Elbe mit ihrem jährlichen Durchfluss von 22,9 Mill m³ eine Entnahme von nur 0,11% des zur Verfügung stehenden Wassers dar. Dies ist als unkritisch zu betrachten.
      • Das entnommene Wasser ist in geeigneter Weise aufzubereiten und an die zu bestimmenden Versickerungsstellen im Landkreis zu pumpen.
      • Die Versickerungsanlagen können als Sickerschlitzanlagen oder Bohrlochgruppen ausgestaltet werden. Für die Versickerung von 25 Mio m³ sind 20 bis 40 Sickerstellen (je nach Ausführung der Anlagen, abhängig von der Aufnahmemöglichkeit der Böden) von Nöten.

Die Option, das gereinigte Elbwasser als Brauchwasser der Landwirtschaft direkt zur Feldbewässerung zu Verfügung zu stellen, sollte bei der Planung des Vorhabens mit berücksichtigt werden.

Lösung des Interessenskonflikts steht im Vordergrund.

Die AfD Kreistagsfraktion erkennt die Notwendigkeit an, dass Hamburg und seine Bevölkerung mit Trinkwasser versorgt sein wollen. Durch dieses im hessischen Ried erprobte Verfahren wird das weitere Absinken des Pegels verhindert und die Wiederherstellung des ursprünglichen Grundwasserstandes ermöglicht.

Die AfD Kreistagsfraktion sieht, dass der Landkreis Harburg nicht länger bereit ist, zu Lasten der bereits und zukünftig geschädigten Bevölkerung des Landkreises und seiner Natur  – die auch als Naherholungsgebiet für Hamburg dient – oder gar für die positive Geschäftsbilanz von Hamburg Wasser Sorge zu tragen.

Die AfD Kreistagsfraktion setzt sich mit aller Kraft für die Lösung ein, die für alle Seiten einen Gewinn darstellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.