Versickerung von Elbwasser im Landkreis Harburg.

Grundwasserspiegel in der Nordheide stabil halten.

Befeuert durch den regenarmen Sommer 2018, begleitet das Thema der drohenden „Dürre“ die mediale Öffentlichkeit seit längerer Zeit.

Auch die „Klimawirkungsstudie Niedersachsen“ stellt auch für den Landkreis verminderte Niederschläge und somit eine verringerte Grundwasserbildung in Aussicht. Gleichzeitig wird Hamburg-Wasser 18,4 Millionen m³ Grundwasser der Nordheide entziehen – pro Jahr.

Diese enorme Menge lässt sich am besten so begreifen, dass Hamburg-Wasser zur offensichtlich freien Verfügung jedes Jahr das Volumen von bis zu 4.906 olympischen Schwimmbecken aus der Nordheide pumpen darf.

Elbwasserversickerung in der Nordheide

Dies ist der Hintergrund des Begehrens der AfD-Kreistagsfraktion, die Versickerung von vorgeklärtem Elbwasser in der Nordheide für den Landkreis zu beschließen. Dieses Modell – im Norden bisher unbekannt – wird z.B. im hessischen Ried seit 1989 in ähnlicher Form erfolgreich praktiziert. Hintergrund dort war und ist der ständig wachsende Trinkwasserbedarf Frankfurts, der nur aus dem Umland heraus gestillt werden kann. Frankfurt drohte das hessische Ried leer zu pumpen, erst die Versickerung von vorgeklärtem Rheinwasser sorgt seitdem für einen dauerhaft normalen Grundwasserpegel. Die Situation Hamburgs stellt sich bis auf einen entscheidenden Punkt ähnlich dar:

Geschäftsmodell (Hamburg) Wasser – Gewinnerzielung mit Hilfe eines Grundnahrungsmittels

Was den Wenigsten bekannt sein dürfte: Hamburg verbraucht nicht nur das Wasser aus der Nordheide, es macht mit dem Heidewasser auch Gewinne. Hamburg Wasser verkauft z.B. Trinkwasser nach Lübeck – zu einem beträchtlich höheren Preis, als es dem Landkreis für die Entnahme zahlen muss. Die geplante Grundwasserentnahme in der Nordheide durch Hamburg- Wasser beträgt 18,4 Millionen m³ – pro Jahr. Der andauernde Trend zur Urbanisierung lässt in näherer Zukunft eher einen noch höheren Wasseranspruch Hamburgs befürchten. Die Folgen der exzessiven Grundwasserentnahme sind bereits heute im Landkreis sichtbar.

Nach Ansicht der AfD verbietet sich der Missbrauch des Grundnahrungsmittels Trinkwasser zur Erzielung von Gewinnen.

Wasser ist ein Grundnahrungsmittel

Hamburg Wasser versorgt sich seit Jahren zu einem nicht unbeträchtlichen Teil mit Grundwasser aus dem Landkreis Harburg. Bereits in der Vergangenheit führten die Wasserentnahmen aus der Nordheide zu Setzungsrissen und trockengefallenen Bachläufen. Die beschlossene weitere Erhöhung der Fördermenge bei zu erwartenden verringerten Niederschlägen wird die Situation weiter verschärfen. Wasser ist ein Grundnahrungsmittel – in diesem Sinne sucht die AfD Kreistagsfraktion nach einer für beide Seiten befriedigende Lösung der Wasserproblematik.

Erhaltung des Trinkwasserreservoirs Nordheide

Nach Vorstellungen der AfD soll oberhalb der Staustufe Geesthacht das Wasser der Elbe entnommen, dort vorgeklärt und im Anschluss zur Versickerung in die Nordheide gepumpt werden. Die Mindestmenge zur Versickerung soll mindestens in Höhe der jährlichen Wasserentnahme durch Hamburg-Wasser erfolgen.

Das zu beschließende Vorhaben stellt für beide Seiten einen Gewinn dar:

Hamburg kann seine Trinkwasserversorgung sichern, der Landkreis Harburg seine lebenswerte Natur bewahren.

2 Gedanken zu „Versickerung von Elbwasser im Landkreis Harburg.“

    1. Lieber Herr Maas,

      Dem können wir unbedingt zustimmen, der Markt regelt in der Tat Vieles. Als AfD sind wir allerdings der Ansicht, dass ein paar Dinge in staatlicher Hand verbleiben müssen – eben alles was Infrastruktur betrifft.

      Vielleicht ein Beispiel:

      Die Bahn als Transportunternehmen zu privatisieren, ist eine gute Idee. Keine gute Idee ist, wenn sich die Basis für marktwirtschaftliche Konkurenz, das Schienennetz, ebenfalls in privater Hand befindet. Die Schiene gehört in staatliche und somit marktwirtschaftlich neutrale Hand. Die kann für die notwendige Sicherheit und Anbindung sorgen (was auch eine Lenkungsfunktion darstellt) und einen fairen Wettberwerb auf der Schiene ermöglichen.
      Ähnlich der Speditionen, die befinden sich im Wettbewerb – auf der „neutralen“ Strasse.

      Wasser ist ein Grundbedürfniss für menschliche Existenz und somit verbietet sich ein marktradikaler, hier fast monopolartiger Handel mit Wasser. Die Sorge um Verfügbarkeit von sauberem Wasser für alle ist eine zivilisatorische Errungenschaft und stellt somit eine Gemeinschaftsaufgabe dar.
      Zur Verdeutlichung der Rolle von sauberem Wasser: Früher hat man „Brunnenvergifter“ eben wegen ihrer existenziellen Bedrohung auf grausame Weise hingerichtet.

      Der Gedanke des Grundbedürfnisses war Treiber dieses Antrages. Hamburg braucht unbestritten Wasser, wir können es liefern. Vorraussetzung ist, dass Hamburg das Wasser nicht zur eigenen Berreicherung nutzt und die Nordheide nicht bedroht wird.

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