Veränderungen im Wolfmanagement

An den Landrat
Landkreis Harburg
Schloßplatz 6
21423 Winsen (Luhe)

Antrag: Veränderungen im Wolfmanagement

Der Kreistag möge beschließen:

Der Landkreis Harburg fordert die Landesregierung, insbesondere das niedersächsische Umweltministerium für Umwelt auf, sein Gebiet im Wolfsmanagementplan als wolfsfreie Zone auszuweisen.

Begründung: Das Gebiet des Landkreises Harburg ist für die Besiedlung mit Wölfen ungeeignet, da überwiegende öffentliche Interessen dem entgegenstehen, insbesondere der Schutz der Bevölkerung (Deichsicherheit), die unbeschwerte Nutzung der offenen Landschaft für Naherholung und Tourismus, sowie die ausgeprägte natur- und artgerechte Weidetierhaltung im gesamten Landkreis.
Der Landkreis fordert die Landesregierung daher auf, 

  1. sich gegenüber dem Bund für eine Übertragung des Wolfs in den Anhang V der FFH-Richtlinie einzusetzen. Dadurch ist er keine streng geschützte Art mehr, sondern eine geschützte Art. Dieser Schutzstatus reicht aus, da der Eurasische Wolf nicht gefährdet ist. Als im Anhang V geschützte Art kann beim Wolf eine Bestandsregulierung erfolgen.
    Die Umweltminister der Bundesländer werden gebeten, gemeinsam die Übertragung in den Anhang V zu befürworten und zu beantragen.
  2. Die Übertragung in den Anhang V bei Entfernung aus dem Anhang II (Schutz des Habitats) für den Landkreis Harburg erlaubt die Ausweisung einer wolfsfreien Zone, die wir hiermit beantragen.
  3. Wir beantragen bei der Naturschutzbehörde eine Genehmigung gemäß Artikel 16 der EU-Habitatsdirektive für die sofortige Einleitung von nicht-letalen Maßnahmen und bei ausbleibendem Erfolg sofortige Abschussgenehmigungen für Problemwölfe, die wiederholte Übergriffe auf Weidetiere gemacht haben.
  4. wir fordern die Landesregierung auf, auf Landesebene alle schon zulässigen Mittel auszuschöpfen, um die Zahl der Wölfe zu reduzieren.

Zur Begründung:
Neuere Forschungen belegen, dass die Wolfsbestände in Westpolen und Deutschland entgegen bisherigen Annahmen vom Büro Lupus und Lobbyisten weder eine eigenständige Population (ZEP-Zentraleuropäische Tieflandpopulation) bilden noch weitgehend isoliert sind, sondern lediglich den westlichen Rand einer deutlich größeren, nordosteuropäisch-baltischen Population mit dem eurasischen Wolf in der sog. „Eurasischen Metapopulation“ darstellen.“

Quelle: Sylwia Czarnomska, BogumiłaJedrzejewska, Henryk Okarma u. a.:Con-cordant mitochondrial and microsatellite DNA structuringbetweenPolishlowland and Carpathian Mountain wolves. Conservation Genetics 14 (3). 2013.

Gefährdung des Wolfsbestands durch Entnahme von Problemwölfen
kann bei der in Niedersachsen vorhandenen Wolfsdichte ausgeschlossen werden. Da wir allein in Niedersachsen schon 19 Wolfsrudel haben, kann die Entnahme einiger Problemwölfe dem Bestand keinesfalls schaden.

Weitere Begründungen erfolgen mündlich im Kreistag.
Wir bitten um Aufnahme dieses Antrags in die Tagesordnung der nächsten Kreistagssitzung.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Krause

 

Download:  Antrag der AfD-Fraktion zum Thema Wolfsmanagement

2 Gedanken zu „Veränderungen im Wolfmanagement“

  1. Liebe Fraktion,
    in der Heide-Prawda stand gestern ein Artikel über den Wolf. Ich musste gleich an Sie, Herr Krause, denken und wie medial (ebenfalls auch durch Frau Marquardt in der Heide-Prawda) mit Ihnen umgegangen wurde.
    Nun stelle ich fest, das Herr Altusmann mit einem gleichen Ansinnen im Landkreis aufgeschlagen ist.
    Resultat:
    Die Heide-Prawda schäumt nicht über, das Thema wird sachlich angegangen.

    Es kommt unseren schon länger hier regierenden Parteien affensichtlich nicht auf den Inhalt an, es ist die Show, die zählt.
    Die Kreis CDU ist jedenfalls düpiert.

    1. Lieber ‚Schäfer aus der Marsch‘,
      auch wenn wir die Heide Pravda lieber als Nordheide-Wochenblatt bezeichnet sehen wollen, dem Rest Ihrer Zeilen können wir zu 100% zustimmen.
      Die Fraktion wird in der kommenden Woche über das weitere Vorgehen beraten.
      Bleiben Sie uns gewogen.

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